Willkommen

Wir sind eine Gruppe engagierter Bürgerinnen und Bürger, die sich im Zuge der Enthüllungen von Edward Snowden im Sommer 2013 zusammengetan haben. Mit unseren Aktionen möchten wir die breite Masse der Bevölkerung für die Gefahren ausufernder Überwachung sensibilisieren und uns für den Erhalt der Freiheitsrechte einsetzen. Mehr über uns.

 

Am 10. Februar ist "Safer Internet Day". Seit Sommer 2013 wissen wir dank Edward Snowden, in welchem Ausmaß unsere Kommunikation und unser Handeln im Netz gespeichert und analysiert werden. Die Systeme zur vollumfänglichen Überwachung und Kontrolle werden derweil weiter ausgebaut. Jede Diskussion um die "Sicherheit" unseres Internets braucht damit die Perspektive von Snowden. Es liegt in unserer Verantwortung als mündige Gesellschaft, eine Debatte darüber zu führen, wie wir diesem Angriff der Exekutive auf ihre Bürger begegnen wollen.

Ein bundesweiter Zusammenschluss diverser Gruppen aus den verschiedensten zivilgesellschaftlichen Bereichen, die sich seit dem letzten Jahr gemeinsam gegen die anlasslose Massenüberwachung stellen, veranstaltet am 10. Februar unter dem Titel "Lesen gegen Überwachung - Unser Beitrag zum Safer Internet Day" bundesweit Lesungen. Wir möchten Texte lesen, die die Hintergründe des Themas beleuchten, geben anschließend Raum für Fragen sowie Diskussion und zeigen Handlungsoptionen auf.

Wir möchten Euch herzlich dazu einladen, Euch in diese Veranstaltungsreihe einzureihen.

Wie das geht? Nichts leichter als das:

  • Ihr besorgt einen Raum für "Eure" Lesung: Eine Kneipe, der örtliche Lesezirkel, die Bücherei oder Eure Fußgängerzone, die nächstgelegene Bushaltestelle oder Euer Wohnzimmer. Auch kleinste Aktionen zählen.
  • Ihr besorgt einen oder mehrere VorleserInnen. Das könnt natürlich Ihr selber sein, oder jemand, den Ihr für geeigneter haltet.
  • Ihr meldet Euch bei uns (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!), damit wir Eure Veranstaltung zusammen mit den anderen Veranstaltungen auf einem gemeinsamen Plakat sowie der dafür momentan entstehenden Webseite http://lesen-gegen-ueberwachung.de für Euch veröffentlichen sowie bei unserer Pressearbeit featuren können.
  • Ihr meldet Eure Veranstaltung auf der offiziellen Webseite des Safer Internet Day an, um auch dort Veranstalter und Teilnehmer dafür zu sensibilisieren, dass es ein sicheres Internet ohne Ächtung von Massenüberwachung und Wiederherstellung unserer Grundrechte in der digitalen Welt nicht mehr geben kann.
  • Ihr meldet eure Veranstaltung auf der offiziellen Webseite des „Safer Internet Day" an.
  • Eine in unseren Augen geeignete Textauswahl findet Ihr hier. Aber das sind nur Vorschläge: Ihr sollt natürlich lesen, was Ihr für thematisch geeignet haltet.
  • Ihr druckt Flyer und Plakate aus und bewerbt Eure Veranstaltung.
  • Das Hashtag für die Veranstaltung ist #LesenGegenUeberwachung.
  • Ihr lest am 10.02. und sensibilisiert damit Eure Mitmenschen für die Gefährdung unserer freiheitlichen Gesellschaft durch die allgegenwärtige Massenüberwachung.
  • Ihr macht idealerweise ein Foto Eurer Veranstaltung und schickt es uns, damit wir es auf der Webseite veröffentlichen können.

Wir möchten mit der Veranstaltung das Thema Massenüberwachung weiter im Bewusstsein der Bevölkerung halten: Es kann nicht angehen, dass wir den von Snowden offengelegten Super-GAU für unsere freiheitliche Gesellschaft achselzuckend hinnehmen und meinen, gegen die Tendenzen einer sich immer weiter automatisiert selbst überwachenden Gesellschaft nichts tun zu können; dass wir 1 1/2 Jahre nach Snowden meinen, die Sicherheit im Internet durch längere Passwörter wiederherstellen zu können: Das Internet ist genauso kaputt wie das Verhältnis zwischen unseren von der Überwachungslobby bestimmten Sicherheitsorganen und unserer zivilen, freiheitlichen Gesellschaft. Wir müssen denen, die den gegenwärtigen Zustand für richtig oder zumindest notwendig halten, konsequent und nachhaltig die Stirn bieten.

Wir würden uns sehr freuen, wenn Ihr Euch trotz der Kürze der Zeit dazu entschließen könntet, den Wirkungsradius dieser Aktion durch Eure Teilnahme zu vergrößern. Meldet Euch doch einfach bei uns unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Politiker von SPD und CDU versuchen der Vorratsdatenspeicherung wieder Leben einzuflößen. Doch eine umfassende Speicherung von Telekommunikationsdaten darf es überhaupt nicht mehr geben. Das Bundesverfassungsgericht und der Europäische Gerichtshof haben das Instrument zu Recht als unverhältnismäßig aufgehoben. Jetzt gilt es gute Polizeiarbeit zu fördern statt Zombiepolitik zu machen.

2010 klagten fast 35.000 Menschen erfolgreich gegen die anlasslose Vorratsdatenspeicherung in Deutschland. Die Bevölkerung sandte damit ein klares Zeichen an die Politik, dass sie ihre eigene ziellose Überwachung ablehnt und ihre Freiheitsrechte hochhält. Nach dem Bundesverfassungsgericht bemängelte auch der Europäische Gerichtshof die ziellose Speicherung vielzähliger Informationen über alle Telefon- und Internetnutzer. Die Anbieter von Telekommunikationsdienstleistungen waren zuvor gezwungen gewesen, alle Informationen zu sammeln, wer wann mit wem wie lange und wo telefoniert oder e-mailt - ein massiver Eingriff in unsere Grundrechte und eine Absage an das Prinzip der Unschuldsvermutung.

Die Kriterien, die der Europäische Gerichtshof in seinem Urteil aufstellte, erlauben keine Vorratsdatenspeicherung mehr. Sie führen zurück zu einer zielgerichteten Polizeiarbeit, bei der ein Verdacht dazu führt, dass die Polizei gegen die Verdächtigen ermittelt. Gegebenenfalls muss sie in schweren Fällen dann auch Zugang zu Telekommunikationsdaten haben. Aber eben erst ab diesem Zeitpunkt und für diesen Fall. Dazu bedarf es keiner Vorratsdatenspeicherung. Übrigens hat Frankreich augenblicklich Regelungen zur Vorratsdatenspeicherung. Sie halfen nicht, die Attentäter zu stoppen. Die Faustregel bleibt damit weiterhin, dass die erfolgreichste Ermittlungsarbeit von den Polizeibeamten gemacht wird. Trotzdem wird die Vorratsdatenspeicherung von CDU und SPD immer noch dogmatisch überhöht. Aber haben Sie schon einmal gehört, dass Zombies etwas Gutes tun?

 

Wir werden ständig überwacht
von dieser oder jenen Macht
und nur weil keiner reagiert
wird munter weiterspioniert
es ist nicht schlimm
es macht nichts aus
aus facebook bin ich eh bald raus
nur noch ein klick
ein kleiner tipp
für jeden der so in mich blickt
ist doch ok
hab nichts gemacht
dann werd ich ständig überwacht
und alles was man von mir weiß
verwendet man für werbescheiß
und hier und da kriegts ein spion
doch was will er damit schon?
dies ist ne nachricht an die massen
leute ich kann es echt kaum fassen
wisst ihr nicht?
Wissen ist macht
wisst ihr was man mit daten macht?
man weiß schon jetzt wie jeder denkt
und somit wie man jeden lenkt
man macht uns faul
man macht uns dumm
ich bitte euch
schaut euch doch um
komm rein kauf ein
geh raus gib aus
gib uns dein geld, wenns dir gefällt
heute im sonderangebot
weil uns der konkurrent bedroht
ich weiß genau was du so magst
weil du danach auf google fragst
und wenn du grad nicht konsumierst
und all dein geld an uns verlierst
begibst du dich ins arbeitsleben
denn außer geld kannst du nichts geben
wir wissen schon was du so willst
womit du dein bedürfniss stillst
denken? musst du längst nicht mehr
das überansprucht eh zu sehr
mach lieber das was man dir sagt
ist besser wenn man gar nicht fragt
von überall information
und überall, sitzt ein spion
man lernt vielleicht sehr viel am tag
doch das wird gar nicht hinterfragt
zu viel information verstopft
jeden gedankengang im kopf
du siehst es doch du wertest nicht
zufrieden bist du äußerlich
du hast jetzt alles was man braucht
doch es ist auch schnell verraucht
wenn etwas für dich bombig ist
bist du sogleich ein terrorist
dann wirst du kategorisiert
und vom geheimdienst anvisiert
und wenn es jetzt so weitergeht
dann ist es später längst zu spät
wenn jeder alles von dir weiß
nutzt er es nur für werbescheiß?
ist denn niemand so gerissen?
es zu nutzen? all das wissen??
jedoch nur für seinen zweck
ob der sich wohl mit deinem deckt?
wir werden ständig überwacht
von dieser oder jenen Macht
und nur weil keiner reagiert
wird munter weiter spioniert

© Daria Reith, alle Rechte vorbehalten.

 

Nach vierwöchiger Pause laden wir Euch für diesen Donnerstag, den 15.01. wieder ganz herzlich zum offenen Treffen von #StopWatchingUs Köln ein; wie üblich von 19:30 Uhr bis 22:00 Uhr in den Räumen des CCC Köln ("C4") in Köln-Ehrenfeld.

Wie immer freuen wir uns natürlich ganz besonders über neue Gesichter, daher hier nochmal ein Hinweis auf unsere Anfahrtsbeschreibung.

 

Bildquelle: tpsdave / Pixabay

Vom 8. bis 11. Januar findet in Hattingen der AKtiVCongrEZ 2015 statt. Auf dem von Digitalcourage organisierten Kongress treffen sich Datenschutzaktivisten aus ganz Deutschland zu vier Tagen intensiver Zusammenarbeit und Vernetzung.

Da ein großer Teil von #StopWatchingUs Köln nach Hattingen fährt, fällt das #StopWatchingUs Treffen im C4 am 8. Januar leider aus.